Sunshare Glory im Praxistest: Wenn ein Balkonkraftwerk wirklich für den Balkon gemacht ist

Sunshare Glory im Praxistest: Wenn ein Balkonkraftwerk wirklich für den Balkon gemacht ist

Wer sich heute nach einem Balkonkraftwerk umsieht, findet vor allem eines: große Solarmodule. Leistungen von 430, 450 oder sogar über 500 Watt pro Modul sind inzwischen üblich, allerdings sind diese Module häufig rund 1,70 bis 1,80 Meter lang und etwa 1,10 Meter breit. Bei 500W Modulen sogar gut und gerne auch 2 Meter lang.

Auf einem Hausdach ist das selten ein Problem. Auf einem Balkon sieht die Sache anders aus.

Genau hier verfolgt Sunshare einen interessanten Ansatz. Statt weniger großer Module kommen kompakte 200-Watt-Module zum Einsatz. Dazu kommt ein weitgehend vormontiertes Montagesystem, das die Installation deutlich vereinfachen soll.

Wir haben uns das System bei TP HomeSolar deshalb genauer angesehen und nicht nur auf das Datenblatt geschaut, sondern auch eigene Messungen durchgeführt.

200-Watt-Module: weniger Leistung pro Modul, aber deutlich flexibler

Das Auffälligste am Sunshare-System sind zunächst die ungewöhnlich kompakten Solarmodule.

Ein Sunshare-Modul misst ungefähr 1.236 × 766 mm und wiegt rund 7,5 kg.

Zum Vergleich: Ein typisches modernes Balkonkraftwerk-Modul mit etwa 430–460 W ist häufig ungefähr 1,7 bis 1,8 Meter lang, rund 1,1 Meter breit und wiegt etwa 20–24 kg.

Damit verfolgt Sunshare ein anderes Konzept.

Statt beispielsweise zwei großen Modulen für 800–900 Wp werden beim klassischen 800-Wp-Sunshare-System vier Module mit jeweils 200 Wp eingesetzt.

Auf dem Papier klingt das zunächst nach mehr Aufwand. In der Praxis können die kleineren Module aber gerade am Balkon einen erheblichen Vorteil darstellen.

Kleine Module nutzen schwierige Balkonflächen besser aus

Bei Balkonen entscheidet nicht nur die insgesamt vorhandene Fläche. Türen, Seitenwände, Geländerpfosten oder Ecken können dafür sorgen, dass ein großes Modul schlicht nicht sinnvoll untergebracht werden kann.

Vier kleinere Module lassen sich wesentlich flexibler verteilen.

Das kann beispielsweise bedeuten:

  • zwei Module an der Balkonfront und zwei an der Seite,
  • nur einzelne geeignete Balkonsegmente mit PV zu belegen,
  • schmale Flächen zu nutzen, auf denen ein klassisches Modul keinen Platz hätte,
  • oder die Anlage später einfacher zu erweitern bzw. umzubauen.

Gerade bei Mietwohnungen und kleineren Balkonen halten wir dieses Konzept deshalb für interessant.

Auch beim Handling merkt man den Unterschied

Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt: das Gewicht.

Ein rund 20 kg schweres Standardmodul über eine Balkonbrüstung zu heben und gleichzeitig sicher zu befestigen, ist allein keine besonders angenehme Arbeit.

Mit rund 7,5 kg pro Sunshare-Modul sieht das deutlich anders aus.

Das macht nicht nur den Transport einfacher. Auch beim Ausrichten und Einhängen der Module lässt sich wesentlich kontrollierter arbeiten.

Für uns ist deshalb nicht allein die kleinere Fläche ein Vorteil der 200-Watt-Bauweise. Das geringere Gewicht jedes einzelnen Moduls macht sich während der gesamten Montage bemerkbar.

Der zweite große Vorteil: das Montagesystem

Kompakte Module wären nur die halbe Lösung, wenn anschließend eine komplizierte Unterkonstruktion aus Profilen, Schrauben und Einzelteilen aufgebaut werden müsste.

Sunshare geht deshalb auch bei der Halterung einen anderen Weg.

Das Montagesystem wird bereits weitgehend vormontiert geliefert. Sunshare gibt bei seinen entsprechenden Halterungssystemen einen Vormontagegrad von 95 % an.

Dadurch entfällt ein großer Teil der typischen Vorarbeit.

Halterungen müssen nicht erst aus zahlreichen Einzelteilen zusammengesetzt werden. Das System wird ausgepackt, auf die jeweilige Einbausituation eingestellt und anschließend am Balkon befestigt.

Der größte Hauptvorteil ist allerdings folgender. Die Einstellung des Winkels und die Montage des Moduls an der Halterung passieren bereits auf der Balkon-Innenseite.

Heißt man hebt sowohl die Halterung als auch das Modul gemeinsam über die Balkonbrüstung, durch das niedrige Gewicht lässt sich das problemlos alleine bewerkstelligen.

Das Modul und Halterung ist dann schonmal durch die Haken an der Brüstung eingehakt und kann einfach losgelassen werden ohne das das Modul abstürzt. Dann kann man ganz in Ruhe die restlichen Montagearbeiten erledigen.

Auch die Verkabelung gestaltet sich einfacher als beim normalen Balkonkraftwerk. Anstatt wie bei regulären Modulen alle Module einzeln am Speicher anzuschließen, wodurch man bei zwei Modulen vier Kabel zum Speicher ziehen muss, werden bei Sunshare Modul mit Modul verbunden.

Die Stecker schalten die Module parallel, sodass auch bei Verschattung eines Moduls die restlichen Module unbetroffen weiter Strom produzieren. Am Ende muss man meist nur noch ein einziges Modulverlängerungskabel zum Speicher ziehen, dass macht die nervigste Arbeit vom Balkonkraftwerk montieren, Kabel ziehen und schön verlegen, spielend einfach.

Unser Eindruck von der Montage

Bei unserem Aufbau wollten wir deshalb wissen, ob sich der Vorteil auch tatsächlich in der benötigten Zeit widerspiegelt.

Wir haben 4 Module installiert.

Unsere Messung:

  • Auspacken und Vorbereiten: 8 Minuten
  • Montage der Module an die Halterung: 25 Minuten
  • Montage der Halterungen: 25 Minuten
  • Verkabelung und Inbetriebnahme: 15 Minuten

Gesamtzeit bis zur betriebsbereiten Anlage: [73 Minuten]

Gemessen haben wir dabei ab dem Öffnen der Verpackung bis zur vollständig montierten und elektrisch angeschlossenen Anlage.

Damit möchten wir bewusst keinen theoretischen „Aufbau in X Minuten“ Wert nennen, sondern zeigen, wie lange die Montage unter realen Bedingungen tatsächlich dauert.

Wie viel Platz benötigt das Sunshare-System wirklich?

Auch hier wollten wir nicht nur mit den Abmessungen aus dem Datenblatt arbeiten.

Ein einzelnes Modul ist ungefähr 1,236 m hoch und 0,766 m breit. Vier nebeneinander montierte Module benötigen damit rein rechnerisch rund 3,06Meter Breite.

Unsere tatsächlich benötigte Balkonbreite inklusive Montageabständen lag bei: 3,12 m

Die Abweichung kommt dadurch zustande, dass wir die Module nicht aneinander anliegen haben lassen, sondern einen kleinen Abstand zwischen den Modulen gelassen haben um das Montieren zu vereinfachen und Kratzer zu vermeiden.

Zum Vergleich haben wir ein klassisches Balkonkraftwerk mit zwei 455-Wp Standardmodulen betrachtet. Dafür wären bei vergleichbarer Montage ungefähr: 3,54 m notwendig gewesen.

Gerade bei verwinkelten Balkonen zeigt sich allerdings noch ein anderer Vorteil: Die Fläche muss beim Sunshare-System nicht zwingend als eine einzige zusammenhängende Fläche vorhanden sein.

Leistungstest: Was liefern die kleinen 200-Watt-Module tatsächlich?

Kleine Module sind praktisch, entscheidend ist am Ende aber, was elektrisch herauskommt.

Wir haben die Anlage mal unter „extrem“ Bedingungen getestet.

Wir haben nur ein Modul angeschlossen um zu prüfen wie gut der Glory Hybrid Inverter mit niedrigen Spannungs- und Stromstärken zurechtkommt

Messung 1 – Momentanleistung

Datum: 26.08.2026
Uhrzeit: 12:11 Uhr
Wetter: sonnig
Außentemperatur: 27°C
Ausrichtung: Süd
Neigungswinkel: 20°

Installierte Modulleistung: 200 Wp

Gemessene PV-Leistung: 189W

Damit erreichte die Anlage zum Messzeitpunkt rund 94,5% der installierten Modulleistung.

Natürlich handelt es sich hierbei nicht um einen Laborwert. Gerade das macht die Messung aus unserer Sicht aber interessant: Sie zeigt, was das System unter realen Bedingungen an einem Balkon tatsächlich liefert.

Sie zeigt auch, dass die Module von Sunshare das halten was Sie versprechen, 189W bei einem 200Wp Modul zu generieren, ist ein Top Wert, den viele Module nicht erreichen, denn die 200Wp sind ein Labor Wert, der unter Idealbedingungen gemessen wurde.

Wie viel die Module dann unter Realbedingungen abgeben, ist eine Frage der Qualität, die Sunshare hier bestanden hat.

Bereits bei frühen Morgenstunden reicht die Stromerzeugung eines einzigen Moduls aus um den Glory Hybrid Inverter starten zu lassen, bereits ab 5W fängt der Speicher das Arbeiten an, hier können viele Konkurrenz Modelle nicht mithalten.

Tagesertrag statt Momentaufnahme

Eine einzelne Leistungsmessung sagt allerdings nur begrenzt etwas über eine PV-Anlage aus. 

Wir haben die Testanlage dafür etwas laufen lassen um den Tagesverlauf der Stromproduktion nachverfolgen zu können und ein Gespür zu kriegen wie die Sunshare Anlage unter Realbedingungen performt.

Am 26.09.2026 erzeugte ein einziges Sunshare-Modul insgesamt: 1,20 kWh Solarenergie

Die Wetterbedingungen waren dabei sonnig.

Dieser Wert eignet sich wesentlich besser, um unterschiedliche Tage und Anlagen miteinander zu vergleichen.

Das beeindruckende an den Sunshare System ist, dass es an den meisten Tagen zwischen 1kWh und 1,3kWh produziert hat, vor allem die 1,2kWh zu Herbstzeiten ist ein starker Wert.

Interessant wird das Sunshare System in Kombination mit einem Speicher: Das Sunshare Glory System

Beim Glory-System bleibt es nicht bei den Modulen. Der eigentliche Speicher kombiniert Batterie und Hybrid-Wechselrichter zu einem System. Optisch ist der Speicher ansprechend ohne unnötig aufzufallen, perfekt um sich am Aufstellort einzufügen.

Bei der 2-kWh-Version beträgt die nutzbare Nennkapazität laut technischen Daten 2.035,2 Wh. Gleichzeitig stehen zwei unabhängige MPPT-Eingänge zur Verfügung, die zusammen bis zu 2.400 W PV-Leistung aufnehmen können. Die Netzeinspeisung erfolgt mit bis zu 800 W. Wie bei den anderen Herstellern kann der Speicher einfach über weitere Erweiterungsakkus erweitert werden

Damit kann das System deutlich mehr Solarleistung aufnehmen, als gleichzeitig ins Hausnetz abgegeben werden darf.

Der Überschuss kann stattdessen in den Akku geladen und später genutzt werden.

Die App-Gestaltung gestaltet sich hier sehr intuitiv und benutzerfreundlich

Die relevantesten Infos, wie aktuelle Solarproduktion; Akkustand; Energieverläufe sowie einige Statistiken lassen sich sofort ablesen. Beim Anklicken der verschiedenen Werte kommt man dann in die Energiesteuerung oder tiefer gehende Statistiken. 

Wie viel Energie bekommen wir tatsächlich aus dem Speicher?

Auch beim Speicher interessiert uns weniger die Zahl auf dem Karton als das, was später tatsächlich an der Steckdose ankommt.

Deshalb haben wir einen vollständigen Lade- und Entladevorgang durchgeführt.

Unser Test:

Angezeigter Ladezustand zu Beginn: 80 %
Ladezustand am Ende: 10 %
Gemessene abgegebene Energie: 1364Wh
Durchschnittliche Ausgangsleistung: 500W

Aus der Messung ergibt sich eine praktisch nutzbare Energiemenge von ungefähr:

Das entspricht rund 95,8 % der angegebenen Speicherkapazität.

Wichtig ist dabei: Die Nennkapazität eines Akkus kann nicht 1:1 mit der Energiemenge gleichgesetzt werden, die später am AC-Ausgang gemessen wird. Unter anderem entstehen bei Umwandlung von DC auf AC Umwandlungsverluste.

Dazu braucht der Speicher eine gewisse Menge an Strom für die Belüftung, Datenübertragung und die Steuerung der Regelung

Genau deshalb halten wir eine solche Messung für wesentlich aussagekräftiger als die reine Angabe der Akkukapazität.

Was uns am Sunshare Glory besonders gefällt

Nach unserem bisherigen Eindruck liegt die eigentliche Stärke des Systems nicht in einem einzelnen technischen Spitzenwert.

Es ist das Gesamtkonzept.

Die kleinen und leichten 200-Watt-Module lösen ein Problem, das wir bei Balkonkraftwerken regelmäßig sehen: Moderne Standardmodule werden immer leistungsfähiger gleichzeitig werden sie für manche Balkone schlicht zu groß.

Sunshare dreht dieses Prinzip gewissermaßen um.

Mehr einzelne Module bedeuten zwar mehr Komponenten, dafür lässt sich die vorhandene Balkonfläche wesentlich flexibler nutzen.

Dazu kommt das weitgehend vormontierte Montagesystem. Die Kombination aus geringem Modulgewicht und vorbereiteter Halterung macht das System insbesondere für Anwender interessant, die ihr Balkonkraftwerk selbst montieren möchten.

Die Regelung des Speichers lässt sich wie bei Mitbewerbern direkt über die App stellen, von einem festen Einspeisewert, dem Einstellen eines Zeit Programms oder vollautomatisiert über die Verknüpfung mit einem Smart Meter lässt sich der Sunshare Glory wie gewünscht steuern. Bei den Smart Metern unterstützt Sunshare die hauseigenen Smart Meter, Shelly Pro 3EM und den Everhome EcoTracker.

Das einzige was noch fehlt, ist das intelligente Laden und Entladen, wenn man bereits eine andere PV-Anlage hat, hier lässt sich zurzeit leider nicht einstellen, dass der Balkonkraftwerk bei Überschuss zusätzlich vom Haus geladen wird.

Wir haben bei Sunshare nachgefragt, diese Funktion soll Ende 2026 noch hinzugefügt werden. Bisher ist unsere Erfahrung, dass Sie solche Versprechungen auch einhalten.

Unser bisheriges Fazit zum Sunshare Glory

Das Sunshare Glory versucht nicht einfach, ein klassisches Balkonkraftwerk etwas anders zu verpacken. Das System wurde erkennbar auf die besonderen Platzverhältnisse eines Balkons ausgelegt.

Die rund 1,24 × 0,77 Meter großen 200-Watt-Module sind deutlich handlicher als klassische PV-Module und können auf schwierigen Balkonflächen flexibler verteilt werden. Mit nur etwa 7,5 kg pro Modul wird gleichzeitig die Montage erleichtert.

Das weitgehend vormontierte Halterungssystem ergänzt dieses Konzept sinnvoll.

In Kombination mit einem leistungsstarken und für Balkonkraftwerke richtig dimensionierten Akku macht das das Sunshare Glory deshalb besonders dort interessant, wo ein klassisches Balkonkraftwerk aufgrund großer Module an seine Grenzen kommt.

Und genau deshalb werden wir das System nicht nur anhand des Datenblatts beurteilen.

Wir werden unsere Anlage weiter beobachten und insbesondere Solarertrag, Speicherverluste, Eigenverbrauch und Verhalten bei unterschiedlichen Wetterbedingungen messen.

So können wir nach einiger Betriebszeit beurteilen, wie sich das Sunshare Glory nicht nur auf dem Papier, sondern im tatsächlichen Alltag schlägt.

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